Montag, 13. Dezember 2010

Na dann, zum Wohl

Wieder ein Müsterli aus dem Bereich "Geschichten, die das Leben schreibt".
Und die geht so:
Letzen Freitag haben wir wieder einmal Wein gekauft. Wir haben uns angewöhnt immer 6 Flaschen gleichzeitig zu kaufen, damit wir 10% Ermässigung erhalten. Wir haben unsere Stammmarke, jedoch lassen wir uns hin und wieder dazu hinreissen einen neuen Wein zu probieren. So geschehen letzen Freitag.

Am Abend dann, voller Freude, öffneten wir unseren neuen Experimentier-Wein. Es machte *Plopp* und das trotz Schraubverschluss! Dem ungewöhnlichen Ton, folgte ein ungewöhnlicher Geruch und eine noch ungewöhnlichere Farbe des Weins. Kurz um, der Wein war schlecht, da oxidiert.

Am Samstag passierte dann das eigentliche Müsterli.
Wir wollen den schlechten Wein umtauschen und fahren deshalb zum Händler. Glücklicherweise steht das selbe Frölein am Tresen, wie am Tag zuvor, die uns den Wein verkauft hat. Wir erklären ihr, dass der Wein oxidiert ist und daher ungeniessbar und fragen, ob wir den Wein umtauschen können. Wir blicken in ein fragendes Gesicht. Dann kam die Frage: "Oxi was?"
Wir: "oxidiert, schlecht, ungeniesbar"
Geduldig schauen wir dem Frölein zu, wie es ganz langsam und sehr sorgfältig die ganze Flasche inspiziert und alle aufgeklebten Etiketten aufmerksam durchliest. 2 bis 3 Minuten vergehen, dann erklärt sie uns mit ganz ernster Miene, sie könne da nirgends Verfalldatum finden.
Nun schaut sie in UNSERE fragenden Gesichter: "Verfall was?"
Wir erklären dem Frölein, das Wein kein Verfallsdatum hat.
Worauf das Frölein uns erklärt, dann könne der Wein auch nicht schlecht sein.......!

Dann auf einmal entdeckt unsere selbsternannte Weinexpertin, dass die Flasche geöffnet ist! Und fragt entsetzt: "Haben sie die Flasche geöffnet?" Wir geben es zu, ja haben wir die Flasche geöffnet ... wie sonst bitteschön hätten wir merken sollen, dass der Wein oxidiert ist.......?

Das Frölein war nun am Ende Ihrer reichhaltigen Weisheit und rief Ihre Chefin an. Diese kam dann kurze Zeit später mit einem Glas bewaffnet, schenkte ein wenig Wein ein und roch daran. Nochmals erwähnten wir die braune Farbe des Weins, worauf sich das "oxi-was-Frölein" wieder meldet und altklug behauptet, dass die Farbe für sie rot sei und jeder Wein schrecklich riechen würde.
Eigentlich unglaublich, wie das Selbstbewusstsein geradezu unheimliche Dimensionen annehmen kann, sobald Vorgesetzte zugegen sind.
Die Chefin dagegen gab sofort zu, dass sie von Wein nicht viel verstehe würde und wir deshalb selbstverständlich zwei andere Flaschen haben könnten.

Wir fuhren tränenlachend nach Hause und genossen am Abend einen fabelhaften Wein, ohne plopp und ohne oxi-irgendwas.