Wir haben uns mit sehr hohen Temperaturen rumgequält und dann mit Neville und Olga, den zwei Cyclons. Die waren weit weg von uns zwischen Cairns und Cooktown, trotzdem spürten wir die Ausläufer hier gewaltig. Böiger Wind, Regen, Regen, Regen und am schlimmsten einen eklatanten Temperatursturz!Am morgen stand ich in der Kaffe Ecke und hatte "Hüehnerhuut", zog lange Hosen und Pullover an und wurde von Thomas gleich ausgelacht. Immerhin hatten wir "noch" 26°C. Jaaaaa, aber wir hatten kurz vorher tüppige 40°C - das macht rund 14°C Differenz nicht ? Da finde ich lange Hosen gerechtfertig.
Die Jobsuche hier gestaltet sich schwieriger als erwartet.
Hier ein Beipiel:
Ganz in der Nähe von Towers also 60km westlich von hier gibt es eine Mine. Auch haben die dort ein Labor. Da in diesem Kuhkaff jeder jeden kennt und man praktisch keine Geheimnisse haben kann, habe ich von einer Kollegin erfahren, dass Ihre Nachbarin in diesem Labor gearbeitet hat, nun aber nach Westaustralien zieht. Also Nachbarin weg - Stelle frei! So landete ich tatsächlich durch Tratsch auf der Pole Position für diesen Job! Ich wurde mit Telefonnummer und Vornamen des Laborchefs ausgerüstet und so hab ich dann Jone angerufen. Giacobbo hätte Freude gehabt!
Jone ist asiatischer Herkunft, daher spricht er sein eigenes kleines geheimes Asiatenenglisch. Aber da ich ja auch extrem viel Übung in Indisch-englisch habe und das nun praktisch auch fliessend spreche, konnte mich das nicht abschrecken. Jone war erfreut und wollte, das ich ihm meine Unterlagen maile.
Er buchstabiert mir seinen Namen........ nun...... Jone Juale.
Offensichtlich war mein Asiaten-Englisch doch nicht perfekt, denn als ich ihm das Mail schickte kam es zurück - Adressat unbekannt. Ich versuchte es auf ungefähr 15 verschiedene Varianten - alles kam zurück.
Da habe ich ihn halt nochmals angerufen und mich entschludigt wegen "Problemen mit der Buchstabierung" bla bla bla. Dann versuchte er es nochmals mit dem Hinweis, dass Jone sich mit J wie Jungle schrieb und sein Nachname hätte auch noch ein Q drin. Aha.... das hilft...... gar nichts.... Letzendlich hat er mir angeboten ein Mail zu schreiben und dann könne ich einfach "Antworten" drücken. OK gut. Nun mein Name war wohl für ihn wie seiner für mich, denn Ich hab nie ein Mail bekommen von ihm.
Dann rief mich unser General Beaty (Hauseigentümerin) an und sagte "He, da gibt es eine Stelle in der Mine". Yeah - tell me something new!
Da hab ich ihr meinen Leidensweg mit "J wie Jungle" erzählt und sie hat dann gemeint sie könne mir helfen, denn Ihre Schwiegertochter Jody ist die Cousine von der Nachbarin meiner Kollegin, die nun nach Westaustralien geht..... wie war das mit KEINE Geheimnisse?
Ich habe General Beaty auf Mission geschickt um den richtigen Namen dieses Laborchefs rauszubekommen. Nach 24 Stunden kommt ein SMS mit der genauen Mailadresse von - Trish. Trish ist die Tochter des Farmarbeiters von Gerneral Beaty, der offensichtlich ebenfalls ein Nachbar ist von der "Nachbarin" meiner Kollegin. Obwohl genau genommen diese besagte Nachbarin ja keine mehr ist, da sie ja nun in Westaustralien wohnt, aber egal, unterdessen bin ich geheimnissfrei.
Diese richtige Mailadresse hatte im Übrigen rein gar nichts mit dem Namen zu tun, den ich mir notiert habe! Nichts desto trotz habe ich mein Unterlagen eingesendet und prompt kam ein sehr nettes Mail zurück - ich sei überqualifiziert. Sie suchen nur einen Sample-Preparer. Nun ja ausser Spesen nix gewesen. Wie gesagt es ist schwieriger als erwartet.
Gut war dann nur, dass ich diese Absage nur einer Person erzählen musste und die Neuigkeit machte die Runde von allein :-)